12月092011

Salzburger Osterfestspiele 2014

Zum Auftakt der Osterfestspiele die Premiere von „Arabella“ -
Applaus und Beifall für Thielemann, Fleming, Hampson, Müller, Behle
 
Die ursprüngliche Idee der 1967 gegründeten Salzburger Osterfestspiele, von Herbert von Karajan
erdacht, lehnt sich an die Gründungsidee der Salzburger Festspiele im Jahr 1920 an: Es gibt einem
ausgewählten Programmschwerpunkt und die Kunst erhält ein Experimentierfeld, das dem
Publikum neue Höreindrücke ermöglicht. Der künstlerische Leiter der Festspiele, Christian
Thielemann, nahm diesen Gedanken auf, als er in diesem Jahr den 150. Geburtstag von Richard
Strauss zum Thema der vom 12. bis 21. April stattfindenden Osterfestspiele erkor. Dieses Mal
standen nur eine Neuinszenierung und drei Konzerte mit Uraufführungen auf dem Programm,
wobei es zwei Aufführungs-Runden gab. Hinzu kam noch das Konzert für die Stadtbewohner.
Abend für Abend wurden die Aufführungen vom Publikum mit jeder Menge Beifall bedacht. In
diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass mit 16400 verkauften Karten, die Auslastung bei
nahezu 90% lag und ein Umsatz von 20 Mio. Euro erwirtschaftet werden konnte. Auch die
ökonomische Bilanz dieser Osterfestspiele fällt somit positiv aus.

Am Premieren-Abend von „Arabella“, im akustisch nicht ganz unproblematischen Großen
Festspielhaus, gelang es dem als Kapellmeister beschlagenen Thielemann, den raffinierten
Facettenreichtum der Klangfarben der Musik Strauss' zur Entfaltung zu bringen. Der augenblicklich
besten Strauss-Sängerin der Welt, Renèe Fleming, gelang es leider erst im Liebesduett im 3. Akt,
mit ihrem Gesang jugendliche Inbrunst zu verkörpern.

Unbemerkt blieb auch nicht, wie Thomas Hampson, der es zwar bewerkstelligt wild und kraftvoll
und dennoch aristokratisch elegant zu wirken, mit seiner Stimme bisweilen nicht ganz gegen das
Orchester ankam. Ob es nun an der Tagesform lag oder ob das Orchester doch partiell etwas zu laut
war - die gesanglichen Leistungen hielten hier jedenfalls nicht ganz, was die großen Namen hätten
erwarten lassen. Andererseits gelang Hanna-Elisabeth Müller, mit ihrer jungen und von Vitalität
erfüllten Stimme, in der Rolle der als Knaben verkleideten kleinen Schwester Arabellas Zdenka,
ebenso wie Daniel Behle, als dem zunächst Arabella leidenschaftlich verfallenen Offizier Matteo,
ein traumhafter Erfolg. Beide sangen diese Rollen jeweils zum ersten Mal.

Regisseurin Florentine Klepper verlegte die lyrische Komödie in die Zeit Sigmund Freuds. Im
zweiten Akt, betritt eine jodelnde Fiakermilli mit Peitsche in der Hand den Fiakerball, auf der
Bühne hinter ihr eröffnet sich ein übernatürlich wirkende Szenerie. Das Publikum bedachte den
Abend am Ende mit tosendem Applaus.
 

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